Donnerstag, 27. Juni 2013

Kein Nine to Five Job



Nachdem ich schon meinen Vater, einen langjährigen Musikexperten, für eine Kolumne auf Miss Cathy angeworben habe, die Samstag erstmalig erscheinen wird, hat mir direkt noch eine zweite „Mitarbeiterin“ zugesagt. Meine Freundin Katharina (verwirrend: sie heißt Katharina, ich heiße Katharina) hat sich bereit erklärt, für mich regelmäßig als Lampenmodel vor der Kamera zu stehen. Damit hat dann auch die reine Vetternwirtschaft ein Ende. Ich gebe zu, der Job als Lampenmodel ist etwas ungewöhnlich, doch ich denke, dass auf so etwas die Welt schon lange gewartet hat…mehr dazu in wenigen Tagen hier.

Mittwoch, 26. Juni 2013

Diaries are a girl’s best friends





Früher hatten Tagebücher außen häufig Schlösser. Den Schlüssel bewahrte man sorgfältig versteckt auf, denn schließlich sollte ja keiner lesen, was man abends im Bett unter der matt brennenden Leselampe noch so an Gedankenergüssen in sein Büchlein kritzelte. Geheim waren diese Texte und nur für einen selbst bestimmt, im besten Fall vielleicht noch für die engsten Freundinnen. Heute geht der Trend in eine gegenteilige Richtung, wie man an den „Diary Slams“ erkennen kann, die es nun in immer mehr Städten gibt, und auf denen Menschen, die mittlerweile erwachsen sind, die Ergüsse ihrer, meist alten, Tagebücher zum Besten geben. Auch in Hamburg könnt ihr regelmäßig solche Slams besuchen. Der nächste Termin ist morgen am 27.6. im Aalhaus in Altona. Ich war auch schon einmal dort und fand die Veranstaltung sehr erheiternd und kurzweilig.

Nun war ich in meinen Kinder- und Jugendjahren auch eine ganz fleißige Tagebuchschreiberin, die immerhin sieben Büchlein gefüllt hat, welche leider viel zu lange tief unten in einer Kiste vergraben lagen. Vor einigen Tagen erinnerte ich mich plötzlich an die Bücher, holte sie hervor, begann zu lesen und zugleich fast Tränen zu lachen, so sehr berührten und amüsierten mich meine Gedanken von damals. Mal schauen, vielleicht werde ich hier auf „Stories of Miss Cathy“ auch immer mal wieder einen kleinen Auszug posten, damit ihr mit mir (oder über mich?) Schmunzeln könnt.

Trendy ist Silber, hip ist Gold - Aus Omas Schmuckkästchen plaudern



Meine Oma war wohl in den 60ern das, was wir heute einen Hipster nennen. Den Trends weit voraus machte sie als eine der ersten Roller fahrenden Frauen, ohne Helm, dafür aber mit wehendem Lodenmantel, im kleinen niedersächsischen Provinzstädtchen Uelzen auf sich aufmerksam. Fuhr sie auf der Straße vorbei, so drehte man sich um. Die unscheinbaren Herren der Lüneburger Heide sahen ihr hinterher, ihre Münder weit offen, von ihren Frauen getadelt. Meine Mutter lief jedes Mal rot an, hörte sie in der Ferne das Knattern des Rollers näher kommen, so war doch ihre Mutter ganz anders als die ihrer Schulkameradinnen der heimischen  Mädchenschule. Nebst diesem Roller und dem knallroten Lodenmantel hatte sie Unmengen von Schmuck im Schrank, meine eitle Oma. Viel Nippes aus Plastik, wunderschön aber wertlos, doch auch ein paar echte Schätzchen waren dabei. Sie liebte Gold und schmückte sich gerne damit, mal auffallend, mal dezent. Nun ist sie leider schon lange Jahre tot, doch ihre Accessoires leben weiter. Kürzlich, bei  einem  Besuch meiner Eltern hier bei mir in der Hansestadt, brachten sie Omas altes Schmuckkästchen mit. Seitdem bin ich stolze Besitzerin eines 585er Gold-Ringes mit kleinen Brillanten sowie einer langen goldenen Halskette mit wunderschönem Bernsteinanhänger. Beide trage ich seitdem täglich, denn trendy ist Silber, doch hip ist Gold.



Dienstag, 25. Juni 2013

Print gewinnt!


Um Informationen, Inspirationen und Ideen zu erhalten, lese ich seit einiger Zeit Blogs und Magazine im Internet, aber auch Print-Zeitschriften stehen bei mir weiterhin hoch im Kurs. Ich mag immer noch das Gefühl Papier in der Hand zu halten, den Geruch von frisch Gedrucktem und das Umblättern von Seiten. Hier seht ihr eine Auswahl der Magazine, die momentan lesebereit auf meinem Couchtisch liegen. 




Frühling der Emotionen: Die britische Indiefolk Band „Spring Offensive“ aus Oxford im "Kulturhaus 73"


Wie oft besucht man Konzerte, die einen emotional wirklich ergreifen, einen fesseln und noch Tage später nicht loslassen? Leider nicht allzu oft, so meine eigene Sichtweise. Doch schauen wir erst einmal ein paar Tage zurück: 

Als ich den Newsletter der Party-Reihe "Lost in Music" erhalte, in dem es auch einige Gästelistenplätze für kleine Konzerte zu gewinnen gibt, schaue ich eigentlich lediglich nach, welches Datum passt. Das ist Sonntag, der 23. Juni, und an diesem Tag tritt eine Band namens „SpringOffensive“ im Haus 73 auf. Den Bandnamen habe ich nie gehört, trotzdem klicke ich auf „Email beantworten“ und bewerbe mich um zwei Gästelistenplätze für das Konzert, die ich dann auch gewinnen werde, wie ich einige Tage später erfahre.



Also stehe ich am Sonntag zusammen mit meiner Freundin Katharina, die immerhin schon mal ein Video der Band gesehen und für gut befunden hat, um kurz nach acht im mittelmäßig gefüllten Veranstaltungsraum vom Haus 73. Etwa 50 Leute sind gekommen, um „Spring Offensive“ spielen zu sehen. Ich habe gute Laune und freue mich, auch wenn ich noch immer nicht recht weiß, was mich erwarten wird. Zunächst tritt die Vorband mit dem Namen „Waves of Joy“ auf, vier Jungs, schätzungsweise Anfang zwanzig, die aus Lübeck kommen und nach Eigenaussage „ergreifend guten und schnörkellosen Pop machen“, irgendetwas zwischen Folk und Indie. Tatsächlich gefällt mir die Musik, so dass meine gute Laune anhält.
 

Um etwa 21.30 Uhr kommen dann „Spring Offensive“ auf die Bühne. Die fünf Jungs aus Oxford, die sich bereits seit der Schulzeit kennen und nach Studium und ersten Jobs beschlossen haben, ihre Leidenschaft zur Musik zum Beruf zu machen, wirken sehr jung. In meinem Kopf kommt direkt die Frage auf, was ich von einer äußerlich derart unerfahrenen Band erwarten kann. Doch als die Instrumente einsetzen und der Sänger, Lucas Whitworth, die ersten Zeilen singt, sind alle Bedenken verflogen. Die Musik ist vom ersten Moment an unbeschreiblich ergreifend und mitreißend. Sie spielen etwa zehn verschiedene Songs, wobei sich eher schnellere, tanzbare Stücke mit langsameren, sehr emotionalen abwechseln. Lucas hat dabei eine ganz eigene Art seine Texte auch mit Gesten zu unterlegen. Während er singt, sind seine Hände ständig in Arbeit und untermalen die Songs mit Bewegungen skurriler, schöner Pantomimik. Und auch die anderen vier Bandmitglieder, Matt, Theo, Pelham und Chris, setzen zwischendurch immer wieder beim Gesang mit ein. Als sie schließlich ihren Song „Carrier“ zu fünft a Capella singen, sind Katharina und ich fast den Tränen nah, so sehr geht die Musik unter die Haut. Nachdem wir gegen 23 Uhr das "Kulturhaus 73" verlassen und auf dem Schulterblatt in der Schanze stehen, sind wir noch geradezu benommen und aufgewühlt vor Glück. Und dieses Gefühl wird ein paar Tage anhalten. Ich danke euch, Jungs von „Spring Offensive“, für diesen tollen Sonntagabend.